„Wir können wirklich nur danke sagen, Ihnen allen vielen, vielen Dank!“ so Anja Schweitzer von der
Kirchenkreissozialarbeit der Diakonie Göttingen-Münden bei der Spendenübergabe im PETRI HAUS:
Bei einem Besuch im PETRI HAUS in Göttingen-Grone, Eltern-Kind-Zentrum mit integrierter
Kindertagesstätte, konnte sich eine Delegation der Spender*innen davon überzeugen, dass dieses Geld
gut investiert ist. Dort findet der betreute Treff 14-tägig statt, geleitet von der Sozialpädagogin Kerstin
Uhlendorff-Lehmann. Anja Schweitzer, Kerstin Uhlendorff-Lehmann und die Koordinatorin des PETRI
HAUSES, Tanja Sauder, skizzierten, wie in guter Kooperation und Vernetzung der FreiRaum in viele
Richtungen nachhaltig Positives bewirkt.
Die Angebote bei den Treffen reichen von Kreativem und Geselligem bis hin zu handfesten Themen, zu
denen auch Fachreferentinnen eingeladen werden – etwa für eine Beratung zu Beziehungsfragen oder für
Informationen zu Scheidung oder Unterhaltszahlungen. Sozialpädagogin Uhlendorff-Lehmann steht für
Gespräche bereit, aus der Gruppe heraus werden auch Einzelgespräche vereinbart. Das Ganze ist dabei
gut vernetzt mit allen Beratungs- und Hilfsangeboten der Diakonie, sodass stets auf kurzem Weg die
richtige Hilfe bei den Frauen ankommt. Die Teilnehmerinnen wurden umgekehrt aus der
Kirchenkreissozialarbeit und aus dem PETRI HAUS in die Gruppe vermittelt, also von dort, wo man
genau weiß, welche Bedarfe bestehen. Um die 25 Frauen sind auf der fluktuierenden
Teilnehmerinnenliste, bis zu zehn nehmen jeweils an den Treffen teil, sodass für Betreuung und
Gespräche bislang eine Sozialpädagogin ausreicht.
Die Kirchenkreissozialarbeit des Diakonieverbandes Göttingen-Münden berät und unterstützt an
mehreren Standorten in Stadt und Landkreis Göttingen schon lange alleinerziehende Frauen. Nachdem in
diesen Gesprächen immer wieder deutlich wurde, wie isoliert Alleinerziehende oft sind, wurde ein erster
Treffpunkt ins Leben gerufen. Den FreiRaum in seiner jetzigen Form gibt es seit 2022. Das PETRI
HAUS stellt seine Räume kostenlos zur Verfügung. Während die Mütter im Gruppenraum
zusammenkommen, werden im Gymnastikraum ihre Kinder betreut.
Die Kinderbetreuung sei dabei durchaus herausfordernd, berichtet Anja Schweitzer. Die
Zusammensetzung der Kinderschar ist jedes Mal anders, die Altersunterschiede sind groß, und die Kinder
haben dann auch schon einen langen Betreuungstag hinter sich. Eigentlich wäre eine zweite
Betreuungsperson für die Kinder nötig, denn auch die Kinder brauchen jemanden, der zuhört, bekräftigt
Tanja Sauder. Doch das ist Zukunftsmusik. Nach dem Spendensammeln ist vor dem Spendensammeln:
Damit es den FreiRaum auch ab Juni 2027 noch geben kann, setzen die engagierten Macherinnen die
Sponsor*innensuche nahtlos fort.
Soroptimist International Club Göttingen hat bereits über seinen Förderverein, den Göttinger Hilfsfonds,
ein online Fundraising gestartet auf der Plattform wecanhelp.de , wo per Spende, aber auch über online
Einkäufe Spendensummen generiert werden können. Der direkte Link: Spendenprojekt von Göttinger
Hilfsfonds e.V. .
Serviceclubs im Schulterschluss: Der Hattemer-Kreis
Der Hattemer-Kreis ist eine Besonderheit. Sein Name geht auf die Initiatorin Helgard Hattemer zurück,
die vor gut 20 Jahren zum ersten Mal die Serviceclubs in der Region - von Lions bis Rotary, von Zonta
bis Inner Wheel und Soroptimist International - an einen Tisch holte und diese Initiative viele Jahre
organisierte. Das Ziel: Ein gemeinsames Projekt mit einer großen Spendensumme unterstützen, anstatt
nach dem Gießkannenprinzip zu verfahren. 22 Clubs haben sich der Initiative angeschlossen. Einmal im
Jahr hat jeder Club die Möglichkeit, ein Projekt vorzuschlagen. Der Vorschlag FreiRaum kam von
Soroptimist International Club Göttingen, der schwerpunktmäßig Projekte zur Verbesserung der
Lebenssituation von Frauen und Mädchen unterstützt.
Jeweils im Herbst treffen sich Vertreter*innen der Clubs in großer Runde, in der die potenziellen
Spenden*empfängerinnen persönlich ihre Projekte vorstellen, dann wird abgestimmt. Je nach Bedarf wird
die Gesamtsumme zuweilen auf mehrere Empfänger*innen aufgeteilt. So gehen in diesem Durchlauf auch
über 3000 Euro an die Diakonie Leine-Solling für das Projekt „Alles dabei – damit Bildung gelingt!“.
Koordinator des Hattemer Kreises ist aktuell Christian Börries.
Seit 2001 schließen sich Service- Clubs aus Südniedersachsen zu einer gemeinsamen Aktion zusammen, initiiert durch Helgard Hattemer, kurz das „Hattemer-Projekt“ genannt, wenn auch die Koordination seit Oktober 2024 in andere Hände übergegangen ist.
Das Prinzip:
Jeder teilnehmende Club verpflichtet sich, eine Spende in Höhe von 500 Euro auszuschütten (Nachwuchsorganisationen 250).
Gemeinsam werden Vorschläge besprochen und abgestimmt, an wen die zusammengetragene Summe gehen soll. Dabei kann die Gesamtsumme auch auf zwei bis drei Empfänger*innen aufgeteilt werden, die Höhe der jeweils ausgezahlten Spende errechnet sich prozentual aus dem Abstimmungsergebnis.
Das Ziel:
Mit einer größeren Summe dort, wo es nötig ist, effizient helfen können.
Im Jahr 2023 fiel die Wahl auf drei Empfänger*innen:
Der größte Anteil ging an die Straßensozialarbeit der Diakonie in Göttingen, schwerpunktmäßig für deren Unterstützung bei der Wohnraumbeschaffung und für das Projekt Nähstube, in dem ein ausgebildeter Schneider Kleidung für hilfebedürftige Menschen repariert oder ändert.
Platz zwei war der Spielraum e.V., der in Zusammenarbeit mit der Therapeutischen Frauenberatung Göttingen ein Theaterstück fürs Klassenzimmer konzipiert hat, das Ess-Störungen bei Kindern und Jugendlichen thematisiert. Durch den Zuschuss kann das Stück für die Schulen günstiger angeboten werden.
Die Bürgerstiftung Göttingen erhielt an dritter Stelle eine Spende. Sie hilft mit verschiedenen Projekten Menschen, die in Armut leben, von Chancenpatenschaften bis Bürgerfrühstück und Nähstube mit Flüchtlingen aus der Ukraine.
Mike Wacker (StraSo), Katrin Müller-Gruß (Spielraum e.V.) und Claudia Weitemeyer (Bürgerstiftung Göttingen) nahmen die Spenden entgegen und bedankten sich herzlich bei den Clubs.
Wir als SI-Club Göttingen freuen uns, dass unser Vorschlag, den Spielraum e.V. zu unterstützen, Gehör gefunden hat, und dass das wichtige aktuelle Thema dank der Unterstützung nun Eingang in noch mehr Schulen und Klassenzimmer finden kann.
Die Empfänger*innen des Hattemer-Projektes 2024 stehen fest, die offizielle Spendenübergabe hat noch nicht stattgefunden.